164v. Chr.
Im Jahr 164 v. Chr. stand das jüdische Volk vor einer Entscheidung: sich anpassen und verschwinden – oder für seine Identität einstehen. Der Tempel war entweiht, der jüdische Glaube verboten. Doch die Makkabäer widersetzten sich und entzündeten den Leuchter neu.
Das Öl hätte nur für einen Tag reichen sollen, und doch brannte es acht Tage lang. Noch bedeutender aber war der Entschluss, überhaupt ein Licht anzuzünden – unübersehbar.
Auch heute stehen wir in Deutschland vor ähnlichen Fragen: Wie kann jüdisches Leben angesichts des zunehmenden Antisemitismus sichtbar bleiben?
Die Chanukka-Tage in Tübingen sind eine Einladung: Juden und Christen entzünden gemeinsam die Lichter des Chanukka-Leuchters – in den Fenstern zuhause und auf öffentlichen Plätzen.
Programm
Café Mazel Tov ab 18:00 Uhr: Dreidel-Spiel und Chanukka-Gerichte
Chanukka Konzert mit Bar Zemach und Jascha Nemtsov
Zwei Musiker, ein ungewöhnlicher Klang: Der Hornist und Schofar-Solist Bar Zemach und der Pianist Jascha Nemtsov verbinden jüdische Musiktradition mit Kammermusik auf höchstem Niveau.
Im Mittelpunkt steht der Schofar, das uralte Widderhorn, das hier nicht nur als Ritualinstrument, sondern als vollwertiges Konzertinstrument erklingt. Jascha Nemtsov führt mit lebendigen Kommentaren durch den Abend.
Bar Zemach, Horn und Schofar
Bar Zemach ist Solo-Hornist des West-Eastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboim und spielt Kammermusik und Neue Musik unter anderem mit dem Boulez Ensemble, dem Ensemble Modern und dem Pacific Quintet. Er ist Gewinner des Grand Prix des französischen Wettbewerbs Nouvelles Étoiles und Erster Preisträger des israelischen Nationalwettbewerbs für Blasinstrumente. 2024/25 war er Britten-Pears Young Artist. Sein Solodebüt in Deutschland gab er in der Berliner Philharmonie und im Konzerthaus Berlin. Als Pionier brachte er den Schofar als melodisches, chromatisches Soloinstrument in die klassische Musik: 2025 spielte er in der Berliner Philharmonie die Uraufführung von Amir Shpilmans Konzert für Schofar und Orchester, dem weltweit ersten seiner Art. Außerdem ist er Mitglied des Giora Feidman Klezmer Virtuos Quartetts.
Jascha Nemtsov, Klavier
Jascha Nemtsov wurde 1963 in Magadan geboren, wuchs in St. Petersburg auf und schloss sein Studium am dortigen Konservatorium mit Auszeichnung ab. Seit 1992 lebt er in Deutschland. Als Pianist konzertiert er international und hat mehr als 40 CDs aufgenommen, darunter viele Ersteinspielungen von Werken verfolgter und vergessener Komponisten. Dafür erhielt er 2007 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik und 2018 den Opus Klassik. Als Musikwissenschaftler ist er Professor für Geschichte der jüdischen Musik an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und Akademischer Leiter der Kantorenausbildung an der Universität Potsdam. Seit 2015 ist er künstlerischer Leiter der ACHAVA Festspiele Thüringen. 2024 erschien seine Monographie über die Neue Jüdische Schule in der Musik sowie das Lehrbuch „Jüdische Musik: Einführung“.
Chanukka-Abend in der Tübinger Innenstadt
Wir laden zu einem gemütlichen, ungezwungenen Abend ein und feiern gemeinsam Chanukka. Es gibt Kartoffelpuffer (Latkes) und Berliner (Sufganiyot), die traditionellen Leckereien des Lichterfests, und wer Lust hat, spielt mit uns Dreidel. Beim Dreidel-Spiel dreht jeder reihum einen Kreisel mit vier hebräischen Buchstaben. Je nachdem, welcher oben liegt, gewinnt man den ganzen Topf, die Hälfte, nichts, oder man legt selbst etwas dazu. Als Spielmarken eignen sich Süßigkeiten, und ihr dürft gern welche mitbringen, müsst es aber nicht. Komm vorbei, bring gern Freunde mit.
Chanukka Party für Kinder
Ein fröhliches und kreatives Programm für Kinder von 4–11 Jahren: mit Spielen, kleinen Überraschungen und vielen Mitmach-Aktionen rund um Chanukka. Jeder ist herzlich willkommen.
Öffentliche Chanukka Feier in der Stadt
Gemeinsam zünden wir die Chanukka-Lichter an und feiern jüdisches Leben sichtbar in der Stadt. Alle sind eingeladen, bei Musik, Tanz und kurzen Impulsen mitzufeiern.
Jüdisches Leben in Württemberg – Vortrag und Gespräch
Im Anschluss sprechen wir mit Michael Kashi über das jüdische Leben heute in Württemberg. Er wurde in Israel geboren, lebt seit 1969 in Deutschland und hat als Vorstandsmitglied die Stuttgarter jüdische Gemeinde zur Stadtgesellschaft hin geöffnet und jüdisches Leben in ganz Württemberg sichtbarer gemacht, vom Haus Abraham bis zur öffentlichen Chanukka-Feier auf dem Schlossplatz.
Während des jüdischen Lichterfests werden vom 04.–11.12. jeden Abend die Kerzen der Chanukkia entzündet.
- Freitag04.12.18:30 UhrNeckarinsel nahe der Treppe
- Samstag05.12.18:30 UhrNeckarinsel nahe der Treppe
- Sonntag06.12.18:30 UhrTOS Gemeinde- und Konferenzzentrum, Eisenbahnstraße 126
- Montag07.12.18:30 UhrMarktplatz Tübingen
- Dienstag08.12.18:30 UhrMarktplatz Tübingen
- Mittwoch09.12.18:00 UhrMarktplatz Tübingen
- Donnerstag10.12.18:30 UhrNeckarinsel nahe der Treppe
- Freitag11.12.18:30 UhrNeckarinsel nahe der Treppe