USA 2013

Anlässlich des internationalen Holocaustgedenktags Yom HaShoa fand am 6. und 7. April 2013 in über 40 Städten in den USA der “March of Remembrance“ mit insgesamt mehr als 1.000 Teilnehmern statt.

Der March of Remembrance steht dafür, Opfer und Überlebende des Holocaust und ihre Nachfahren zu ehren, das Gedenken an den Massenmord an sechs Millionen Juden zu bewahren sowie ein klares Zeichen für Israel und gegen den Antisemitismus unserer Zeit zu setzen (www.marchofremembrance.org). Er war 2007 aus der "Marsch des Lebens"-Bewegung entstanden, die an Orten des Holocausts in Europa Gedenk- und Versöhnungsveranstaltungen mit Juden und Christen verschiedener Denominationen durchführt. In vielen Städten berichteten lokale Zeitungen (z.B. in Bloomington, Alabama) und TV-Sender (z.B. CNN iReport in Denver, Colorado) über die Marches of Remembrance.

Jobst Bittner, der Gründer der "Marsch des Lebens"-Bewegung, wurde außerdem zu dem christlichen Fernsehsender Daystar Television eingeladen, um in der "Marcus and Joni Show" die Vision seines auf Englisch erschienen Buches sowie des March of Remembrance vorzustellen.

         

Wie wichtig diese Märsche gerade in der heutigen Zeit sind, zeigt eine Studie der Universität Tel Aviv, nach der antisemitische Gewalt im Jahr 2012 weltweit um 30 Prozent gestiegen ist. Einen kleinen Eindruck davon konnten die ca. 120 Teilnehmer in Yaphank auf Long Island (New York) erleben: Als sie an einer Kneipe vorbeiliefen, kamen zwei etwas angetrunkene Männer heraus, streckten die Arme hoch und riefen mehrmals “Heil Hitler.“

Die Hauptmärsche fanden in diesem Jahr in Houston und Dallas (Texas) statt, wohin auch Jobst und Charlotte Bittner, die Initiatoren der “Marsch des Lebens“-Bewegung, mit einem Team aus Deutschland angereist waren. Bereits am 3. April fand die Auftaktveranstaltung in New York City statt.

 

3. April 2013 - New York

Anlässlich des Holocaustgedenktags veranstaltete der March of Remembrance am 3. April 2013 eine Gedenkveranstaltung im UNO Church Center in New York. Neben 60 Vertretern der jüdischen Gemeinden waren messianische und christliche Gemeinden vertreten, die gemeinsam mit den Holocaustüberlebenden und Nachkommen der Nazitäter der Opfer gedachten und die Überlebenden ehrten, um ein eindeutiges Zeichen für Israel zu setzen und mit dem Anzünden von sechs Kerzen und dem Blasen des Shofar zu erklären: “Nie Wieder!“ In einem Akt von “Tikkun“ erzählten Opfer und die Nachkommen der Nazitäter ihre Geschichten - eine Wiederherstellung, die Heilung für die bringt, die heute noch unter dem Schatten der Vergangenheit leiden.

Elly Gross erzählte die erschütternde Geschichte, wie sie ihre gesamte Familie im Holocaust in Auschwitz verlor. Später baute sie sich mit ihrem Mann eine neue Existenz in Rumänien auf; dann kamen die Kommunisten und nahmen ihr erneut das Zuhause weg. So wanderten sie und ihr Mann in den 60er Jahren schließlich nach Amerika aus.

Für die Nachkommen der Nazitäter berichtete Markus Demmer über seinen Großvater, der als einer der brutalsten Polizisten in den polnischen Ghettos berüchtigt war, wo er sowohl Juden als auch Polen misshandelte, missbrauchte und nach Belieben erschoss. In einer bewegenden Geste überreichten die deutschen Nachfahren der Täter jedem der Opfer und ihren Nachfahren eine Rose. Im Gegenzug umarmten die Opfer sie als sichtbares Zeichen der Wiederherstellung.

Die Veranstaltung war gleichzeitig auch die erste öffentliche Präsentation der englischen Ausgabe des Buches von Jobst Bittner, “Breaking the Veil of Silence“. Bei allen “March of Remembrance“-Veranstaltungen gaben Nachkommen von Überlebenden immer wieder Zeugnis davon, wie der Holocaust eine Decke des Schweigens auch über ihre Familien gelegt hatte. Der March of Remembrance und die Zeugnisse im Buch hatten sie jedoch ermutigt, ihr Schweigen zu brechen und Heilung für die Traumata zu empfangen, unter denen die Überlebenden selbst noch in der zweiten und dritten Generation leiden.

 

6. April 2013 - Houston

Am Samstag, 6. April, arbeiteten ca. 15 Gemeinden verschiedener Denominationen zusammen, um an sechs Orten um Houston herum “March of Remembrance“-Veranstaltungen durchzuführen. Die Orte bildeten einen symbolischen Davidstern über der Stadt. Überall setzten die Gebetsmärsche ein öffentliches Zeichen gegen Antisemitismus und für Israel. Bei den Gedenkveranstaltungen erzählten jüdische Holocaustüberlebende ihre Geschichten und trafen auf die Nachfahren der Nazitäter aus Deutschland, die die Decke des Schweigens zerbrachen und um Vergebung baten. Tränen und Umarmungen waren Zeugen von Versöhnung und Heilung in den Herzen. Deutsche und Holocaustüberlebende zündeten gemeinsam Kerzen an, das Kaddisch-Gebet wurde gesungen. Die Bürgermeisterin von Houston, Annise Parker, hatte eine Erklärung verfasst, die die Wichtigkeit des March of Remembrance hervorhob. Sie schrieb: “Hiermit erkläre ich den 6. und 7. April 2013 'Holocaust March of Remembrance Day' für Houston, Texas, zum Gedenken an die Opfer des Holocaust und zur Ehrung der Überlebenden sowie der Retter und Befreier. Ferner erkläre ich, dass wir als die Bürger Houstons zusammenarbeiten sollen, um die Menschenwürde zu fördern und Hass zu konfrontieren, wann und wo auch immer er auftritt.“

In Kingwood (Nordosten von Houston) kamen ca. 400 Teilnehmer zu Gedenkveranstaltung und Marsch. Die Enkelin eines SS-Soldaten erzählte, wie ihr eigenes Leben unter dem Schatten ihres Großvaters gelitten hatte und bat die Nachfahren der Opfer um Vergebung. Die Bitte um Vergebung wurde angenommen. Danach wurde eine Botschaft des Israelischen Generalkonsuls für den Südwesten der USA, Meir Shlomo, verlesen. Jobst Bittner wurde außerdem für die “Marsch des Lebens“-Bewegung geehrt.

40 Teilnehmer waren in Missouri City (Südwesten) bei der Gedenkveranstaltung im Hof der Lutheran Church. Der Holocaustüberlebende Bill Orlin erzählte seine bewegende Geschichte, wie er durch ein Wunder einen Todesmarsch in Polen überlebt hatte. Er sagte außerdem: “Wenn die christlichen Kirchen und Gemeinden sich während der Nazi-Zeit zu den Juden gestellt hätten, wäre es sicher nicht zu dem Holocaust gekommen. Danke, dass ihr Christen uns heute unterstützt.“

In Spring (Norden) nahmen 80 Christen an der Gedenkveranstaltung teil. Der rumänische Holocaustüberlebende Zoly Zamir brachte seine Tochter und Enkelin mit, eine Videobotschaft der Urenkelin wurde ebenfalls eingespielt - vier Generationen sprachen über die ganz persönlichen Auswirkungen des Holocaust. Nachdem die deutsche Delegation ihre Geschichten von Aufarbeitung erzählt und um Vergebung gebeten hatte, kam Zoly Zamir mit seiner Familie, alle sichtlich gerührt, zu ihnen, um Vergebung zuzusprechen. Am Ende der Veranstaltung sagte er, dass er sich in dem Gottesdienst “wie zu Hause“ gefühlt habe.

Auch die Bürgermeister von Baytown (Südost) und Hempstead (Nordwest) hatten eine Proklamation zum March of Remembrance verfasst.

Am Sonntag, 7. April, gab es noch eine weitere Veranstaltung im Zentrum von Houston. Ein Ehepaar aus Deutschland bat um Vergebung. Ein Mann, dessen Familie in den 30er-Jahren aus Deutschland fliehen musste, nahm spontan das Mikrophon und vergab ihnen vor allen Anwesenden.

 

7. April 2013 - Dallas

Ca. 230 Teilnehmer, vor allem aus messianischen Gemeinden, versammelten sich vor dem Rathaus in der Innenstadt von Dallas, um von dort den Gebetsmarsch zum zentralen Founders Plaza gegenüber dem Holocaust-Museum zu starten. Ted Pearce moderierte die Gedenkveranstaltung dort, bei der sowohl zehn Nachkommen von Holocaustopfern als auch Nachkommen der Nazitäter anwesend waren. Eine Frau erzählte die bewegende Geschichte, wie sie erst in den vergangenen Jahren jüdische Verwandte wiedergefunden hatte, die sich nach dem Holocaust in Südamerika niedergelassen hatten. Außerdem sagte sie: “Früher habe ich die deutsche Sprache gefürchtet, jetzt [nachdem sie die Botschaft der Versöhnung gehört hatte; Anm. d. Red.] klingt sie für mich wie Musik.“ Der Enkel eines SS-Offiziers berichtete unter Tränen über die Gräueltaten seines Großvaters und formulierte die Bitte um Vergebung. Ein messianischer Rabbi, selbst Nachkomme von Holocaustüberlebenden, sprach Vergebung zu und rezitierte mit der deutschen Delegation zusammen das Kaddisch.

Orte, an denen der March of Remembrance stattfand:

Weitere Infos zu einzelnen Städten finden Sie hier auf der "March of Remembrance"-Facebook-Seite.

Birmingham, AL

Montgomery, AL

Tucson, AZ

Canoga Park, CA

Chico, CA

Orange, CA

Paradise, CA

Redlands, CA

Arvada, CO

Colorado Springs, CO

Denver, CO

Washington, DC

Boca Raton, FL

Jacksonville, FL

Melbourne, FL

Miami, FL

Orange Park, FL

Tampa, FL

Atlanta, GA

Hilo, HI

Benld, IL

Bloomington, IL

Columbus, IN

Greencastle, IN

Terre Haute, IN

Louisville, KY

Atlanta, GA

New Orleans, LA

Branson, MO

China Grove / Landis, NC

Greensboro, NC

Yaphank, Long Island, NY

Dayton, OH

Bartlesville, OK

Pittsburgh, PA

Bellingham, WA

Spokane, WA

Knoxville, TN

Canton, TX

Dallas, Texas

Del Rio, TX

Greenville, TX

Houston, TX

Odessa/Midland, TX

San Antonio, TX

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