Emil-L.-Fackenheim-Preis für Marsch des Lebens

Am 25. April 2017 verlieh die Jüdische Gemeinde zu Halle (Saale) dem Tübinger Verein Marsch des Lebens e.V. in einer feierlichen Zeremonie den Emil-L.-Fackenheim-Preis für Toleranz und Verständigung.

Der Marsch des Lebens verbinde die Erinnerung an die schrecklisten Jahre der deutschen Geschichte mit der Aufarbeitung der Vergangenheit und der Versöhnung zwischen den Nachkommen der Opfer- und Tätergenerationen und sei ein mächtiges Zeichen gegen den modernen Antisemitismus und für den Staat Israel, begründete der Vorsitzende des Landesverbands Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt Max Privorozki die diesjährige Wahl.

In der Konzerthalle Ulrichskirche nahm Jobst Bittner als erster Vorsitzender des Vereins den mit 2000 Euro dotierten Preis entgegen. Er sagte: "Wer sich erinnert, wie man sich durch Gleichgültigkeit und Schweigen in Schuld verstricken kann, darf nie wieder zu Antisemitismus, Judenhass und jede Form rassistischen Unrechts schweigen."

In seiner Laudatio ehrte Auschwitzhistoriker Prof. Dr. Gideon Greif den Marsch des Lebens e.V., der eine Grundlage schaffe, auf der über Dinge offen gesprochen werden könne, über die zu viele Generationen lang geschwiegen worden sei: "Sie haben damit nichts weniger geschaffen als die Grundlage zur Verarbeitung generationenalter Traumata, Verhärtungen und Ängste. Damit ebnen sie mit ihrer täglichen Arbeit den Weg in eine bessere Zukunft jüdisch-christlicher Beziehungen und machen sich so auch zentral um das jüdische Leben in der Bundesrepublik verdient" ebenso wie um den Staat Israel.

Kaufmann überbrachte als Präsidiumsmitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland die Glückwünsche des Vorsitzenden Josef Schuster an den Preisträger. Rogel Rachman, Gesandter des Staates Israel, wies darauf hin, dass der moderne Antisemitismus sich häufig in Form der sogenannten "Israelkritik" zeige und der Marsch des Lebens hier ein wichtiges Zeichen setze. Stephen Gerard Stehli, Ministerialrat im Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, sagte in seinem Grusswort: "Geschichte ist und weil sie ist, muss man sich mit ihr auseinandersetzen. Man kann kein Jota an der Geschichte ändern, aber man kann die Zukunft ändern. Und das macht der Marsch des Lebens."

Der Emil-L.-Fackenheim-Preis wird seit 2003 jährlich verliehen und ist nach dem Rabbiner Prof. Dr. Emil Ludwig Fackenheim benannt, der 1916 in Halle geboren wurde und 2003 in Jerusalem starb. Er hatte an der halleschen Universität und an der Hochschule fuer die Wissenschaft des Judentums in Berlin studiert. Nach seiner Verhaftung am 9. November 1938 war er in das KZ Sachsenhausen deportiert worden.

Anlässlich des jüdischen Holocaustgedenktages Jom haSchoa veranstaltete die Jüdische Gemeinde zu Halle am selben Tag gemeinsam mit dem Preisträger einen Marsch des Lebens in der Stadt, zu dem sich etwa 200 Teilnehmer einfanden.

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