Ein mächtiges Zeichen gegen den modernen Antisemitismus

Rund um den jüdischen Holocaustgedenktag Jom HaSchoa waren in Asuncion, Basel, Belfast, Berlin, Bogota, Cordoba, Houston, Warschau und vielen weiteren Städten tausende Menschen mit der Botschaft "Gemeinsam erinnern, gemeinsame Zukunft - Nein zu Rassismus, Antisemitismus und Israelhass!" auf der Strasse. In Halle bekam der Marsch des Lebens e.V. den Emil-L.-Fackenheim Preis für Toleranz und Verständigung verliehen.

Bei der Hauptveranstaltung in Berlin vor dem Brandenburger Tor betonte der israelische Minister Ayoob Kara, der als Druse zu einer Minderheit in Israel gehört, die Bedeutung des Staates für das jüdische Volk nach dem Holocaust. Für Israel einzustehen, könne nicht nur durch Worte, sondern müsse durch Taten geschehen, so wie es der Marsch des Lebens tue. Unter den Sprechern in Berlin waren auch die Bundestagsabgeordneten Steffen Bilger (CDU), Michaela Engelmeier (SPD) und Karamba Diaby (SPD), die sich klar gegen modernen Antisemitismus positionierten.

Preisverleihung in Halle

Eine besondere Ehre für die Marsch des Lebens Bewegung war die Verleihung des Emil-L.-Fackenheim Preises für Toleranz und Verständigung durch die Jüdische Gemeinde zu Halle. "Ihr vollbringt Wunder!" erklärte der renommierte Auschwitz-Forscher Prof. Dr. Gideon Greif in seiner Laudatio über den Preisträger. Denn durch die Initiative von Jobst und Charlotte Bittner sei eine neue Grundlage geschaffen worden, auf der sich Christen und Juden begegnen könnten. Jahrzehntelanges Schweigen über die Wahrheit in den eigenen Familien und Städten werde nun endlich gebrochen. Ein Schweigen, das auch heute dem Antisemitismus in unserer Gesellschaft Raum gibt, wie es der zweite Antisemitismusbericht des Bundestags vom 24. April für Deutschland zeigt. Die vollständige Laudatio finden Sie hier.

Aufarbeitung der Familiengeschichte: Aktuell wie nie

So standen die persönlichen Familiengeschichten auch im Zentrum der Marsch des Lebens Veranstaltungen - von der Seite der Nachkommen der Nazis, aber auch der Nachkommen der Opfer der Schoa. Der Rabbiner Zsolt Balla erzählte in Leipzig, wie er durch die Aufarbeitung der Geschichten von Vertretern des Marsch des Lebens angeregt worden sei, genauer in seiner eigenen Familie nachzufragen. Er stellte fest, dass es auch auf der Seite der Opfer eine Decke des Schweigens gibt: "Wie lange geht dieses Schweigen weiter? Unser Erinnern muss ein positives, transformierendes Erinnern sein. Große Worte und Veranstaltungen sind gut, aber nicht genug. Nur das persönliche Erinnern verändert unsere Mikro-Umgebung dauerhaft." Eben diese Art des Erinnerns machte den Kern der Gedenkveranstaltungen aus, die in diesem Jahr vermehrt in Kooperation mit jüdischen Gemeinden veranstaltet wurden. Vielerorts erklang auf den Marktplätzen das traditionelle El Male Rachamim - das jüdische Gebet für die Toten.

Insgesamt finden dieses Jahr Märsche des Lebens weltweit in 60 Städten mit ca. 10.000 Teilnehmern statt. In Bogota, Kolumbien waren 1000 Menschen zum Marcha de La Vida auf der Strasse. In Frankreich findet der erste Marche de Vie am 9. Juli in Paris statt, in Weissrussland ist ein Marsz Zysni für den 22. Oktober geplant.

Aktuelle Videos und Fotoalben von den diesjährigen Märschen des Lebens: www.facebook.com/marchoflife/

Weitere Märsche in diesem Jahr: www.marschdeslebens.org/termine/

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