Der gemeinsame Kampf von Deutschen und Überlebenden

- so lautete am 25. Mai 2017 eine Schlagzeile der israelischen Tageszeitung "Maariv" über den ersten Marsch des Lebens in Israel, bei dem 50 Nachfahren von Nazitätern gemeinsam mit 50 israelischen Schülern - Enkeln und Urenkeln von Holocaustüberlebenden - nach Jerusalem liefen.

 

 

Mit dabei am "Jom Jeruschalajim", dem 50. Jahrestag der Wiedervereinigung Jerusalems im Sechs-Tage-Krieg, waren außerdem 100 weitere Teilnehmer aus den USA, Deutschland, der Schweiz, Polen und Israel. Ihre gemeinsame Botschaft: Ein öffentliches Zeichen gegen Antisemitismus und für die Freundschaft mit Israel. In verschiedenen Teams liefen sie auf der historischen "Burma Road", die im Unabhängigkeitskrieg 1948 der Garant für die Versorgung der jüdischen Bevölkerung im belagerten Jerusalem war. Unter den Bauarbeitern und Wachsoldaten befanden sich damals zahlreiche Holocaustüberlebende, die gerade erst aus den DP-Lagern (Displaced Persons)in Europa nach Israel gekommen waren.

Der Knessetabgeordnete Robert Ilatov begrüßte beim Start die Teilnehmer herzlich und betonte die Bedeutung des Marsch des Lebens für den Staat Israel: "Mehr als 2000 Jahre hat das jüdische Volk gebetet, nach Jerusalem zurückzukehren. Vor 50 Jahren wurde Jerusalem befreit und wiedervereint. Und ihr habt eine mutige und unglaublich wichtige Aufgabe, neue Seiten in der Geschichte heute zu schreiben." Der ehemalige Generalmajor Doron Almog, heute Vorsitzender der Behinderteneinrichtung ALEH Negev, betonte: "Die meiste Zeit meines Lebens war ich ein Kämpfer - ein Kämpfer für unsere Nation. Ich habe an vielen Sondereinsätzen teilgenommen, um Juden aus Lebensgefahr zu retten. Es war die gleiche Hingabe, wie ihr sie habt, indem ihr sagt: Wir stehen fest an eurer Seite als jüdischer Staat."

Der Marsch des Lebens in Israel war geprägt von Herzlichkeit und offenen Gesprächen zwischen den Teilnehmern aus den unterschiedlichen Nationen. Viele erzählten während des gemeinsamen Weges bei bestem Wetter durch die Hügel von Judäa die Geschichten ihrer Familien. Ein israelischer Schüler berichtet: "Während des Marsches konnte ich mit vielen Leuten aus der ganzen Welt sprechen und das war sehr ermutigend und bewegend. Es hat mich sehr berührt zu wissen, dass sie so sehr Israel unterstützen." Eine andere Schülerin schrieb: "Als wir zum Marsch des Lebens dazu kamen, hatte ich keine Worte, um die Atmosphäre zu beschreiben, die dort zu dieser Zeit geherrscht hat. Wir sind mit euch zusammen Hand in Hand marschiert, 7,5 Kilometer von Menschlichkeit und Hoffnung und von einer besseren Zukunft."

Der Abschluss des Marsches fand in der Militärfestung in Latrun statt, wo Marsch des Lebens Gründer Jobst und Charlotte Bittner zu Ehren der gefallenen israelischen Soldaten einen Kranz niederlegten. Der Holocaustüberlebende Yechiel Aleksander erzählte von seinen Erfahrungen bei der Sicherung der Burma-Road. Schüler aus Aschdod waren direkt nach ihrer Zwischenprüfung in den Bus gestiegen, um bei der Abschlussveranstaltung eine Performance zu präsentieren.

Besondere Begegnungen in Schulen - Channel 2 berichtet

In den Tagen um den Marsch des Lebens in Israel besuchte eine Gruppe von knapp 30 Tänzern und Sängern aus Tübingen sechs Schulen im Land. Bei den Treffen mit jeweils etwa 100 Schülern im Alter von 17 und 18 Jahren stand der Austausch zwischen den Nachkommen der Täter und Opfer im Zentrum. Sehr persönlich erzählten sie die Geschichten ihrer Familien und welche Auswirkungen die Auseinandersetzung damit auf ihr eigenes Leben hatte. Der israelische Fernsehsender Channel 2 berichtete in den Hauptnachrichten darüber und befragte die israelischen Schüler, wie sie das Treffen wahrgenommen hätten. Ein Schüler aus einer Schule bei Netanja antwortete: "Es war kein trauriges Treffen - es war bewegend! Sie haben es in einen Ort von Freude verwandelt, um eine neue Zukunft vor dem Hintergrund des Holocaust zu bauen."

Der diesjährige Marsch des Lebens und die Begegnung in den Schulen wiesen bereits auf den Marsch der Nationen hin, der im Mai 2018 anlässlich des 70. Jubiläums der Staatsgründung Israels stattfinden wird. Tausende Menschen aus allen Nationen werden gemeinsam mit Israelis aus allen Gesellschaftsschichten in Jerusalem ein Zeichen der Solidarität und Freundschaft mit Israel setzen. Weitere Infos dazu unter www.mon2018.com.

Medienberichte:

Bericht auf Channel 2: hier

Bericht auf Channel 10: hier

Bericht in der Tageszeitung Maariv: hier

Bericht auf dem Internetportal Ynet: hier

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