Damit sich die Geschichte nicht wiederholt

Mehr als 400 Teilnehmer kamen zum ersten „Marche de Vie“ in Paris am 9. Juli zusammen, um an die 74.000 Juden zu erinnern, die ab Juli 1943 in Viehwaggons über das Sammellager Drancy und den nahegelegenen Bahnhof Bobigny direkt in die Gaskammern der Vernichtungslager deportiert worden waren.

"Ich werde schreien, damit die Züge des Schreckens nie wieder rollen, damit niemand diejenigen, die verschwunden sind, vergisst und damit sich die Geschichte nicht wiederholt!“, sang Samuel Olivier an den Schienen. Selbst ein Nachkomme einer Holocaustüberlebenden, hatte er eigens für die Gedenkveranstaltung das Lied "Dis-leur - Sag es ihnen" komponiert, das die Tanzgruppe YC-Dance tänzerisch ausdrucksvoll umsetzte.

Zahlreiche Vertreter aus  Verwaltung und Politik sowie Repräsentanten von Kirchen, der jüdischen Gemeinde und der AFMA (Association Fonds Mémoire d'Auschwitz) beteiligten sich am ersten Marsch des Lebens in Frankreich, der eine Woche vor dem Jahrestag der Razzia des Vel d'Hiv stattfand. Philippe Dallier, Senator des Departments und Präsident der Gruppe „Französisch-Israelische-Freundschaft“ im Senat, mahnte, dass der Antisemitismus in Frankreich in einer neuen Form des Israelhasses wieder auferstanden sei, dem man entgegen treten müsse: „wir müssen einen Eid ablegen, den Kampf gegen alle Formen des Antisemitismus unermüdlich fortzusetzen."
"Dieser Marsch spricht zu uns über die Vergangenheit und richtet sich an die Zukunft. Und das alles, indem er öffentlich Stellung nimmt gegen Judenhass, der sich heute wie gestern derselben dunklen Clichés bedient.", sagte der Vertreter der Israelischen Botschaft Ido Bromberg.

Als einige Nachfahren deutscher Wehrmachtssoldaten bei der Abschlussveranstaltung teilweise unter Tränen die „Decke des Schweigens“ über die Beteiligung ihrer Vorfahren an den Gräueltaten am französischen und jüdischen Volk aufdeckten, meldete sich spontan  Yves Haim Ammar, Rabbiner von Drancy, zu Wort: „Das außergewöhnliche des heutigen Tages ist, dass es nicht nur gut gemeinte Worte des Gedenkens sind, sondern dass eure Worte aus dem Herzen kommen und deswegen Herzen berühren. Auf dass sich, was ihr heute macht sich in Frankreich und überall in der Welt unendlich vervielfältigt für den Frieden zwischen den Völkern.“

Der Tag endete mit einem Aufruf von Marsch des Lebens Gründer Jobst Bittner und Bernad Leycuras an die Teilnehmer, sich symbolisch um die Israel-Fahne zu positionieren. Mit französischen und deutschen Fahnen folgten diese dem Aufruf, um sich öffentlich zum Staat Israel zu stellen, ohne sich von politischem Kalkül einschüchtern zu lassen. Damit das Schweigen nicht erneut den Weg für Judenhass bahnt und sich die Geschichte nicht wiederholt.


Der Marsch wurde mit großem Engagement von einer kleinen Gruppe junger Leute unter der Leitung von Stéphanie Dutertre und Bernard Leycuras organisiert. Nach diesem ersten March de Vie werden weitere Veranstaltungen der Marsch des Lebens Bewegung in Frankreich stattfinden.

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