Marsch des Lebens als erste Gedenkveranstaltung der Stadt Ueckermünde

Die Ueckermünder Gedenkveranstaltung am 27. Januar zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust bestand aus dem Marsch des Lebens und einer Gedenkfeier im Bürgersaal der Stadt, der kaum Platz für alle Teilnehmer bot.

Der Marsch begann am Haus von August Senger, der in der Reichspogromnacht aus seiner Wohnung geholt und zum Schlosshof getrieben worden war. Dort hatte er unter Hohn und Spott seiner Mitbürger aus der Thora vorlesen müssen. Den gleichen Weg zum Schlosshof nahmen nun über hundert Teilnehmer, die sich eingefunden hatten, um das Schweigen zu brechen. Bürgermeister Gerd Walther merkte in seiner Rede an: „Erst mit dem genauen Beschäftigen mit dem Thema selbst realisierte ich, dass es seitens der Stadt Ueckermünde zuvor noch nie eine offizielle Gedenkveranstaltung für die Holocaustopfer gegeben hat.“

Pastor Lorenz Sandhofe von der Ueckermünder Arche und andere Redner erinnerten an das Schicksal von August Senger und die Verbrechen in der Pflege- und Heilanstalt Ueckermünde, in der während des Krieges 866 körperlich oder geistig behinderte Menschen ermordet worden waren. Bei der Hauptveranstaltung berichteten Gudrun Sandhofe und Matthias Samp von der Beteiligung ihrer Großeltern am Holocaust und baten stellvertretend um Vergebung. Danach las Landesrabbiner Wolff im Gedenken an August Senger aus der Thora vor.

Mit einem Videobeitrag meldete sich Shlomo Rushin zu Wort. Er ist Professor an der Universität von Tel Aviv und berichtete über das Schicksal seiner aus Ueckermünder stammenden Großeltern, die in Ausschwitz ermordet wurden.

Der Bürgermeister bezeichnete die Veranstaltung zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz als „die gebotene Möglichkeit, sich bei allen Hinterbliebenen zu entschuldigen für die Verbrechen an deren Familien und Vorfahren, die sich in unserer Stadt zugetragen haben,“ und er fuhr fort: „Diese Entschuldigung ist meines Erachtens die Voraussetzung dafür, dass Versöhnung wirklich stattfinden kann, – Voraussetzung dafür, dass nachfolgende Generationen unbelastet miteinander umgehen können, dass der Blick in die Zukunft gerichtet ist.“ Zeitungen und Fernsehen berichteten ausführlich über die bewegende Veranstaltung.

 

Medienbericht:

http://www.svz.de/nachrichten/deutschland-welt/politik/hoelle-von-hass-und-gewalt-id8804746.html

Downloads:

Flyer zur Gedenkveranstaltung

Zeitungsbericht im Nordkurier

 

 

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