Der Marsch des Lebens in Halle trotz Orkan Niklas

70 Jahre nachdem am 31. März 1945 das KZ-Außenlager Birkhahn bei Halle aufgelöst worden war, fand im Gedenken an den Holocaust ein Marsch des Lebens mit circa 90 Teilnehmern in Halle statt. Darunter waren der Bundestagsabgeordnete Dr. Karamba Diaby und Frau Marquart, Beigeordnete im Stadtrat, als Vertreterin des Bürgermeisters.

Am Vorabend des Marsches berichtete Max Privorozki, Vorsitzender des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Sachsen Anhalt, bei einer Gedenkveranstaltung über das Schicksal seiner Familie. Anschließend erzählte der Zeitzeuge Prof. Schwab die bewegende Geschichte seiner Eltern, deren sogenannte “Mischlingsehe“ zwangsgeschieden worden war. Die Nazis hatten ihnen gedroht, sonst die Kinder in den Osten zu deportieren. Sein jüdischer Vater war später in Auschwitz ermordet worden.

Es schlossen sich bewegende Worte von Nachkommen von Hallenser Nazitätern an, die ihre persönliche Familiengeschichte aufgearbeitet hatten und zum Ausdruck brachten: “Es tut mir leid, was meine Familie getan hat!“

Während einer der schwersten Stürme der letzten 30 Jahre über das Land fegten, zog der Marsch des Lebens durch Halle. Nach einer historischen Einführung von Heidi Bohley (u.a. Verein “Zeitzeugen“, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes) in der jüdischen Trauerhalle, die auch Sammelort für die Deportationen gewesen war, liefen die Teilnehmer vorbei an den Orten ehemaliger Zwangsarbeiterlager und dem ehemaligen KZ-Außenlager Birkhahn zur heutigen Synagoge - der einzigen funktionierenden Synagoge in ganz Sachsen-Anhalt, wie der Vorsitzende Max Privorozki im Innenhof der Synagoge erzählte. Dann ging es weiter durch die Innenstadt, über den Marktplatz zum Jerusalemer Platz, dem Ort der alten Synagoge, die in der Reichspogromnacht zerstört worden war.

Bei der Abschlussveranstaltung sprach Dr. Karamba Diaby und bekräftigte die Wichtigkeit der Anliegen des Marsch des Lebens. Eine Gruppe Jugendlicher drückte mit einem Tanz ihre Freundschaft zum jüdischen Volk aus. Am Ende bedankte sich Prof. Schwab mit den Worten: “Meine Freunde - nach allem, was ich gestern und heute erlebt habe, kann ich nur sagen: Meine Freunde!“

 

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