Der Marsch des Lebens geht weiter!

Ein Aufruf von Jobst Bittner anlässlich der Gründung des Marsch des Lebens Vereins. Die Rede von Benjamin Netanjahu in der UN Vollversammlung hat mich erschüttert. Sie wird als die “Schweigerede“ in die Geschichte eingehen. “Israel wird existenziell bedroht - und die Nationen schweigen“, rief Netanjahu und schwieg. Sekunde um Sekunde verging. 70 Jahre nachdem sein Volk fast vernichtet wurde, würden nun die Führer des Iran ankündigen, sein Volk zerstören und seine Mitbürger ermorden zu wollen. Und die Reaktion: “Nichts! Stille, ohrenbetäubendes Schweigen!“

Wir müssen aufwachen!

Wir müssen aufwachen! Ich frage mich, wer seine Stimme für Israel öffentlich erhebt und das Schweigen zerbricht, wenn wir als Christen zur Tagesordnung übergehen. Wir sind erst am Anfang! Der Marsch des Lebens muss auf unseren Straßen weitergehen - in jeder Stadt, an jedem Ort, in jedem Land - in jedem Jahr! Was wäre, wenn er zu einer gemeinsamen und unüberhörbaren Stimme in den Nationen heranwachsen würde? Bis zu diesem Jahr wurden in zweihundert Städten zehntausende Menschen mobilisiert und hundertausende durch den Marsch des Lebens erreicht. Wir dürfen nicht aufhören, regelmäßig Märsche des Lebens in unserer eigenen Stadt durchzuführen!

Wer entmutigt schweigt, macht sich zum Mitläufer dieser Zeit!

Kein Zweifel: Wer seine Stimme erhebt, erlebt Gegenwind. Aber wer entmutigt schweigt, macht sich zum Mitläufer dieser Zeit. Stephan Kramer, ehemaliger Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, bat die 1000 Teilnehmer des Marsch des Lebens vor dem Brandenburger Tor: “Bitte hört nicht auf, mit dem Marsch des Lebens eure Stimme zu erheben!“ Der Vorsitzende des World Jewish Congress, Ron Lauder, sagte in Jerusalem zu Christen: “Geht auf die Straßen, erhebt Eure Stimme für Israel auf Märschen und Demonstrationen!“ In seinem Grußwort an den Marsch des Lebens ergänzte er: “Ich weiß, wie wichtige Initiativen wie die Ihre als Gegengewicht zu der Lawine des Hasses sind.“

In 50 Städten und Orten regelmäßig ein Marsch des Lebens!

Wir rufen Christen aus Hauskreisen, Gemeinschaften und Gemeinden, Freikirchen und Kirchen zu: Bleibt auch 2016 nicht hinter den Mauern das Schweigens. Kommt am Yom HaShoa oder auch am Unabhängigkeitstag Israels auf euren Straßen zu einem Marsch des Lebens zusammen und sagt gemeinsam: “Israel, wir haben dich nicht vergessen!“ Ich träume von 50 Städten in Deutschland, in denen Christen zum gemeinsamen Gebet und Bekenntnis ihres Glaubens zu einem Marsch des Lebens zusammenkommen. Jede einzelne Stimme macht den Unterschied!

Die neue Marsch des Lebens Phase - können wir dafür beten?

Was 2007 mit einem kleinen Gebetsmarsch begonnen hat, ist inzwischen zu einer internationalen Bewegung geworden. Der Marsch des Lebens geht durch die Gründung eines Vereins am 3. Oktober 2015 in eine neue Phase. Durch diesen Verein sollen die nationalen und internationalen Aktivitäten unterstützt und begleitet werden.

Eröffnung des neuen Marsch des Lebens Hauses in Israel

Die Ziele des Marsch des Lebens sind klar gesetzt: Wir möchten gemeinsam Erinnern, Versöhnen und ein Zeichen setzen! Von wo aus könnte diese Vision besser im Gebet begleitet werden als aus Israel? Im November wird das Marsch des Lebens Haus in Cäsarea in Israel offiziell eröffnet, von dem aus eine lebendige Begegnungsarbeit mit Holocaustüberlebenden aufgebaut wird.

Israel 2018

Gleichzeitig wollen wir uns zusammen mit dem Netzwerk der Holocaustverbände, dem “Global Forum“, in denen rund 200.000 Holocaustüberlebende organisiert sind, auf die große Aufgabe vorbereiten, die im Jahr 2018 vor uns liegt. Wir möchten am 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels im Jahr 2018 die Menschen nach Israel rufen, die auf den Straßen ihrer Nationen ihre Stimme erhoben haben, um auf einem großen Marsch der Nationen “herauf nach Jerusalem“ zu gehen.

Freiwilliges Soziales Jahr in Kooperation mit dem ALEH Netzwerk

Im Juni 2015 wurde ein neues Freiwilligenprogramm in Zusammenarbeit mit dem renommierten ALEH Netzwerk in Israel vereinbart. Junge Menschen haben die Möglichkeit, für sechs Monate mit behinderten Menschen in Israel zu arbeiten und damit als Nachfahren der Tätergeneration sich denen zuzuwenden, die im T4- und Euthanasieprogrammen von Nazi-Vorfahren als lebensunwert getötet worden wären.

Eine lebendige Erinnerungskultur

In dem Buch “Die Decke des Schweigens“ wurde die Begegnung der Täter- und Opfernachkommen als fundamental wichtiges Element einer lebendigen Erinnerungskultur unterstrichen. Dieses Element steht als Herzstück im Zentrum der Märsche des Lebens.  Als weitere Elemente einer lebendigen Erinnerungskultur vor Ort bietet der Marsch des Lebens aber noch mehr Modelle: Mit der “Nie-wieder-Schweigen-Ausstellungen“ kann ein Beitrag zur Aufarbeitung der jüdischen Geschichte der eigenen Stadt geleistet werden. Mit den “Chanukka-Tagen“, einer christlich-jüdischen Kulturwoche, soll mit Vorträgen, Ausstellungen und kulturellen Ereignisse auf die zentrale Bedeutung jüdischen Lebens in Deutschland hingewiesen werden.

Der Marsch des Lebens geht weiter! Seien Sie 2016 dabei!

Der Marsch des Lebens ist international. In europäischen Nachbarländern werden für 2016 weitere Märsche vorbereitet. In den USA werden seit sechs Jahren durch den Marsch des Lebens Ableger “March of Rememberance“ am Yom HaShoah Veranstaltungen - in diesem Jahr in 60 Städten - durchgeführt. In Zusammenarbeit mit renommierten Holocaustmuseen, jüdischen Gemeinschaften, Kirchen und Gemeinden sowie zahlreichen Politikern und Repräsentanten des öffentlichen Lebens ist der Marsch des Lebens zu einer wichtigen Initiative jüdisch-christlicher Zusammenarbeit geworden. In Bolivien, Paraguay und Peru breitet sich der “Marcha de la Vida“ weiter aus.

Der Marsch des Lebens muss auf unseren Straßen weitergehen! Sind wir bereit, den Unterschied zu machen? “Nie wieder schweigen!“ heißt Farbe zu bekennen und den Unterschied zu machen. Ob mit vielen oder wenigen - ist Ihre Stadt im nächsten Jahr dabei?

Wenn Sie Interesse haben in Ihrer Stadt einen Marsch des Lebens durchzuführen, schreiben Sie uns: info(at)marschdeslebens.org oder rufen Sie uns an: 07071-360920.

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