Jährliche Märsche des Lebens an Jom haSchoa

Zur ersten Marsch des Lebens Konferenz in Tübingen kamen 400 Teilnehmer, unter ihnen Organisatoren von Märschen aus ganz Deutschland, Österreich, Ungarn, Frankreich, Polen, Weißrussland, der Schweiz und Nordirland.

Jobst Bittner, Initiator der Marsch des Lebens Bewegung, betonte, dass es in einer Zeit gesellschaftlicher und politischer Umwälzungen wichtiger denn je sei, dass Christen gemeinsam mit ihren jüdischen Freunden auf der Straße öffentlich ein Zeichen für Israel und gegen jede Form von Judenhass setzen. Er rief dazu auf, dass jährlich an Jom haSchoa (dem jüdischen Holocaustgedenktag) überall in Städten in Deutschland, Europa und weltweit Märsche des Lebens durchgeführt werden.


Dr. Andre Gasiorowski (Israel), Vorsitzender des Holocaustüberlebenden-Hilfswerks Helping Hands Coalition, betonte die Bedeutung der persönlichen Aufarbeitung der Familiengeschichte, die die Märsche des Lebens auszeichnet. An die deutschen Nachkommen der Täter gerichtet sagte er: “Wenn ich die Geschichten von Holocaustüberlebenden im Internet veröffentliche, werden diese häufig von Antisemiten kommentiert, die behaupten, dass alles erlogen sei. Wenn ihr von dem erzählt, was eure eigenen Großväter getan haben, bleiben solche Kommentare aus. Man kann nichts dagegen sagen.“


Als Ehrengast sprach an zwei Abenden der Holocaustüberlebende Jehuda Berkowitz (Israel). Er wurde als Teenager aus dem damaligen Ungarn nach Auschwitz deportiert und hatte seinen sterbenden Vater auf dem Todesmarsch von Auschwitz auf seiner Schulter getragen. Der Marsch des Lebens entstand als symbolische Umkehrung dieser Todesmärsche, indem die Nachkommen der Täter für die Schuld ihrer Familien um Vergebung bitten und gemeinsam mit den Überlebenden und ihren Nachkommen Wege des Todes in Wege des Lebens verwandeln.


Neben dem renommierten Holocaustforscher Prof. Gideon Greif (Israel), der zu den Sprechern der Konferenz gehörte, waren weitere jüdische Gäste aus Deutschland, Israel und den USA angereist. “Wir sind aus verschiedenen Hintergründen zusammen“, sagte Andras Patkai von der Israel Allies Foundation, “aber wir sind verbunden in einem Punkt: Zion. Und wir schämen uns nicht, das so zu sagen.“ Die Konferenz war begleitet von viel Gemeinschaft, gutem Essen, Tanz und Kreativität, darunter das Musical “Nie wieder schweigen“ zum Thema der Konferenz.


Sehen Sie weitere Bilder der Konferenz auf Facebook. Auf dem Youtube Channel des Marsch des Lebens werden einige Beiträge der Konferenz veröffentlicht.

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