“Marsz Pamieci i Zycia“ in Krakau

Durch den Film "Schindlers Liste" ist die Geschichte des Holocaust in Krakau weltberühmt geworden. Am 11.09.2016 fand zum ersten Mal ein Marsch des Lebens in Krakau statt, zu dem 400 Teilnehmer zusammenkamen.

Unter ihnen waren die israelische Botschafterin in Polen Anna Azari, der katholische Weihbischof Grzegorsz Rys, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Krakau Tadeusz Jakubowicz, der Vizebürgermeister der Stadt Krakau Andzrej Kulig, sowie zahlreiche Holocaustüberlebende aus Krakau.

 

Der Fokus der Erinnerung richtete sich nicht nur auf die Zeit des Holocaust, sondern auf die ganze jüdische Geschichte Krakaus und damit auch auf die jahrhunderte-alte Geschichte des Antisemitismus. Bischof Rys sprach bei der Startveranstaltung über die Gedenkkultur in Polen, die oft zu positiv bewertet sei, und man auch die Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung lange vor der deutschen Besatzung nicht vergessen dürfe. Diese Erinnerung müsse wach gehalten werden, um zukünftiger Diskriminierung vorbeugen zu können.

 

Der Marsch zog schließlich über den großen Hauptmarkt mit der berühmten Tuchhalle, vorbei an tausenden Passanten in der Altstadt, Richtung Kazimierz, dem jüdischen Viertel Krakaus. Am Plac Wolnica wurde angehalten und der Opfer des Pogroms des 11. August 1945 gedacht. Damals begannen, ausgelöst durch Ritualmord-Gerüchte Ausschreitungen, die ihren Höhepunkt in Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung und dem Lynch-Mord an der Auschwitz-Ãœberlebenden Róża Berger fanden. An der Eingangstür zu ihrem ehemaligen Wohnhaus wurden Blumen zum Gedenken niedergelegt. Anschließend baten mehrere Polen öffentlich für die Übergriffe und Ausgrenzung gegenüber den jüdischen Mitbürgern um Vergebung und es wurde eine weiße Rose als Zeichen der Versöhnung überreicht.

 

Der Marsch verlief weiter zum Platz der Alten Synagoge, wo der internationale Direktor des Marsch des Lebens Heinz Reuss eine Delegation von Nachfahren deutscher Nazitäter vorstellte. Diese bekannten sich öffentlich zur Schuld ihrer Vorfahren, ein deutsches Geschwisterpaar erzählte über ihren Urgroßvater, der als Polizist in Krakau an den Gräueltaten gegenüber den Juden im Ghetto mitverantwortlich war.

 

Zum Abschluss luden Irek und Marylla Czubak die gemeinsam mit der “Polania Stiftung“ den Marsch veranstaltet hatten, zum Fest des Lebens in die Tempel Synagoge. Dort fand ein fröhlicher Abschied mit jüdischer Musik und jüdischen Tänzen statt. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Krakau, Tadeusz Jakubowicz sagte: "Warum gab es das noch nicht früher? Der Marsch des Lebens sollte jedes Jahr in Krakau stattfinden!"  

 

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