United to be a Light

6000 Teilnehmer aus der ganzen Welt beim March of the Nations in Jerusalem

Am Dienstag den  15.5.2018 fand anlässlich des 70jährigen Bestehens des Staates Israel ein großer Marsch der Nationen mit 6000 Teilnehmern aus Israel und über 50 Nationen statt. Der Marsch endete in der Open Air Arena Sultan’s Pool mit einem Festival of Life, bei dem die Nationen ihre Solidarität mit Israel bekundeten und erklärten, ihre Stimme gegen Antisemitismus in ihren Ländern zu erheben.

Die internationale Marsch des Lebens Bewegung, die von Jobst und Charlotte Bittner in Deutschland initiiert wurde, hatte zu diesem besonderen Datum Christen aus aller Welt nach Jerusalem eingeladen. In den zwei Tagen vor dem Marsch fand eine internationale Konferenz mit 2000 Teilnehmern statt, die zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Holocaust und der Rolle des jahrtausendealten christlichen Antijudaismus diente.

Bei der Startveranstaltung des Marsches am Dienstagnachmittag im Sacher Park erzählten Christen aus verschiedenen Nationen von der Verstrickung ihrer Länder und Familien in den Holocaust und Pogrome und erklärten, entschlossen gegen jede Form von Antisemitismus und mit Israel zu stehen. Darunter waren Bärbel Pfeiffer, deren Großvater als Ingenieur das Vernichtungslager Auschwitz mit aufgebaut hatte, und Afshin Shamsianpur, der als iranischer Staatsbürger in einem Video erklärte: „Wir werden keinen weiteren Holocaust durch die Hand des Iran zulassen. Ich stehe zu Israel und dem Gott Israels und dem jüdischen Volk.“

Der Bürgermeister von Jerusalem, Nir Barkat, erklärte seine persönlichen Gründe für seine Teilnahme am Marsch der Nationen: „Als Jobst Bittner und seine Frau Charlotte vor fast einem Jahr in mein Büro kamen und mir ihr Vorhaben vorstellten, war ich davon sehr bewegt. Ich sagte meine Teilnahme zu, vor allem deswegen, weil ich ein Enkel von Holocaustüberlebenden bin. Wir müssen sicherstellen, dass so etwas nie wieder passiert. Und ihr seid wunderbare Partner dafür.“ Auch der Knessetabgeordnete Yehuda Glick begrüßte den Marsch der Nationen mit spürbarer Begeisterung.

Bereits vor dem Marsch fand ein Empfang im israelischen Parlament, der Knesset, für 100 Pastoren und Leiter der Marsch des Lebens Bewegung statt, der vom „Knesset Christian Allies Caucus“ ausgerichtet wurde. Dabei brachten die Knessetabgeordneten Nachman Shai, Yoel Hasson (beide Zionist Union), Yehuda Glick (Likud), Merav Ben-Ari (Kulanu), Oded Forer und Robert Ilatov  (Israel Beiteinu) ihre besondere Wertschätzung für die weltweite Stimme des Marsch des Lebens zum Ausdruck.

Kurz nach 17 Uhr setzte sich der Marsch mit unzähligen Flaggen Israels und der Nationen in Bewegung. Israelische Passanten zeigten sich sichtlich bewegt angesichts der Welle von Freundschaft und Solidarität, die der Marsch transportierte. Manche hatten Tränen in den Augen. Am nächsten Tag berichtete unter anderen die Times of Israel, dass den meisten Beistehenden wahrscheinlich nicht bewusst war, dass viele der Marschteilnehmer Vorfahren in der SA, SS und deutschen Wehrmacht hatten. Einfühlsam klärten die israelischen Medien darüber auf und hielten die Geschichten einzelner Marschteilnehmer in Interviews fest.

Zum Abschluss in der Open-Air Arena Sultan´s Pool kamen als Ehrengäste  1500 Holocaustüberlebende dazu, die die Partnerorganisation Helping Hand Coalition – Global Forum eingeladen hatte. Unter dem Namen „Festival of Life“ wurde an diesem Abend das Wunder von 70 Jahren Israel mit israelischen und internationalen Künstlern gefeiert. Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin dankte den Teilnehmern in einer Videobotschaft für ein „Zeichen wahrer Freundschaft“. Der israelische Kommunikationsminister Ayoob Kara und Josh Reinstein vom Christian Allies Caucus der Knesset sprachen über die besondere Bedeutung des Marsches der Nationen zu dieser Zeit. Als Zeichen der israelischen Redewendung MiSchoa LeTkuma – Vom Holocaust zu neuem Leben – kam der Holocaustüberlebende Yechiel Aleksander mit seiner ganzen Familie – Kindern, Enkeln und Urenkeln – auf die Bühne. Mit über 90 Jahren reist er noch um die ganze Welt, um bei so vielen Märschen des Lebens wie möglich dabei zu sein – Deutschland, Polen, Österreich, Israel. Stolz verkündet er, dass er jetzt weit mehr Märsche des Lebens als Todesmärsche miterlebt hat.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Marsch des Lebens Award an Generalmajor Doron Almog verliehen. Er geht an Menschen, die sich in besonderer Weise für die Erinnerung an den Holocaust, die Versöhnung zwischen den Nachkommen von Tätern und Opfern oder den Staat Israel verdient gemacht haben. Doron Almog hat neben großen militärischen Verdiensten die Wohltätigkeitsorganisation Aleh gegründet, in der Kinder und Erwachsene mit schwersten Behinderungen auf höchstem Niveau versorgt werden. Er ist davon überzeugt, dass eine Gesellschaft sich daran messen lassen muss, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht.

Zum Abschluss zündete Yechiel Aleksander eine Fackel an und gab das Licht an 70 Vertreter der jungen Generation aus Israel und den Nationen weiter, die es in einem Fackellauf symbolisch in die Welt hinaustrugen. Jobst Bittner, der Gründer der Marsch des Lebens Bewegung, rief alle Teilnehmer dazu auf, gemäß dem Motto des Marsches der Nationen – United to be a Light – das Licht in die Nationen zu tragen und überall auf der Welt Märsche des Lebens zu veranstalten.

Bilder der Veranstaltung:

http://bit.ly/MON_Photos

Grußwort Staatspräsident Reuven Rivlin:

http://bit.ly/MON_Reuven_Rivlin

Grußwort Sprecher der Knesset Yuli Edelstein:

http://bit.ly/MON_Yuli_Edelstein

 

 

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