Stellungnahme des Marsch des Lebens e.V.

zum Artikel: „Der Antisemitismusbeauftragte unter Judenfeinden?“ von Armin Langer auf ZEIT Online am 05.06.2018

Wenn eine Organisation, die kürzlich in Jerusalem mit Unterstützung des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin, des Präsidenten des israelischen Parlaments Yuli Edelstein und des Jerusalemer Bürgermeisters Nir Barkat eine Großveranstaltung (March of the Nations) durchgeführt hat, die seit über zehn Jahren in enger und freundschaftlicher Zusammenarbeit mit jüdischen Gemeinden weltweit Märsche gegen Antisemitismus veranstaltet hat und die u.a. 2017 von der jüdischen Gemeinde in Halle-Saale mit einem Preis für Toleranz und Verständigung ausgezeichnet wurde, als „judenfeindlich“ bezeichnet wird, ist das absurd, vielleicht auch bösartig und auf jeden Fall diffamierend. Dafür sprechen die vielen Verzerrungen, sachlichen Fehler und unbewiesenen Unterstellungen, die den Artikel kennzeichnen. Deshalb hier einige Klarstellungen: 

 

1.       Der Marsch des Lebens ist 2007 aus der Arbeit der evangelisch-freikirchlichen TOS Dienste entstanden. Seit Herbst 2015 wird er vom Marsch des Lebens e.V. getragen. Der Verein veranstaltet selber Märsche des Lebens und ruft Menschen in Kirchen und Gemeinden weltweit dazu auf, Märsche in eigener Verantwortung zu veranstalten. In den letzten Jahren wurden Märsche von Christen unterschiedlicher Richtungen und vereinzelt auch von Städten und jüdischen Gemeinden durchgeführt. Teilnehmer und Sprecher waren dabei Holocaustüberlebende, Vertreter jüdischer Gemeinden, Parlamentsabgeordnete aus Israel und Deutschland, Christen aus evangelikalem Hintergrund, aber auch vieler anderer christlicher Glaubensrichtungen sowie Menschen unterschiedlichster Weltanschauungen, Lebensentwürfe und Religionen, die das zentrale Anliegen des Marsch des Lebens unterstützen.

2.       Der Vorwurf der Judenmission ist aus der Luft gegriffen und völlig unbegründet. Der Marsch des Lebens steht für seine Grundwerte „Erinnern, Versöhnen, ein Zeichen setzen für Israel und gegen Antisemitismus“ und hat keine „Hidden Agenda“. In den Grundwerten des Marsch des Lebens, die jeder Veranstalter von Märschen des Lebens unterschreiben muss, ist klar geregelt, dass diese keine Plattform für Evangelisation sein dürfen.

3.       Christlicher Antijudaismus ist eine Form des Antisemitismus und bis heute ein ernsthaftes Problem – diesen jedoch dem Marsch des Lebens vorzuwerfen ist absurd. Im Rahmen der March of the Nations Konferenz, die vom Marsch des Lebens e.V. in Jerusalem im Mai 2018 veranstaltet wurde, wurde eine „Independence Day Declaration“ veröffentlicht, die sich mit dem 2000 Jahre alten christlichen Antijudaismus und Antisemitismus auseinandersetzt und sich explizit davon distanziert. 

 

Mit der recht offensichtlichen Intention, die Marsch des Lebens Bewegung zu beschädigen, hat der Autor gesammelt, was man medial gegen evangelikale Gemeinden gut vermarkten kann – um es dann der Marsch des Lebens Bewegung zu unterstellen: von Homophobie über Judenmission bis hin zu einem kunterbunten Zitate-Mix zionistischer Organisationen reicht sein Sortiment. Die Agitation einiger weniger evangelischer Pfarrer in Bayern und Norddeutschland, die bei einzelnen Veranstaltungen zu Verunsicherungen auf jüdischer Seite geführt hatten, sind zwar im Vergleich zu jenen Märschen des Lebens, die mit sehr dankbaren jüdischen Teilnehmern in 350 Städten und 20 Nationen stattgefunden haben, nur eine Randerscheinung, passen aber gut in die Intention des Artikels.

Mit dem Artikel diffamieren ZEIT Online und der Autor nicht nur die Marsch des Lebens Bewegung, sondern viele zehntausende Menschen, die in den letzten Jahren an den öffentlichen Märschen teilgenommen haben. Denkt er etwa, sie haben sich alle getäuscht?

 

Links:

Bericht zu weltweiten Märschen des Lebens und dem March of the Nations: http://m.jpost.com/Diaspora/Support-marches-for-Israel-to-be-held-around-the-world-549616 

Bericht zum March of the Nations in Jerusalem:
https://www.israelnetz.com/gesellschaft-kultur/gesellschaft/2018/05/16/das-leben-gefeiert/ 

Grußwort des israelischen Präsidenten Reuven Rivlin zum March of the Nations: https://www.youtube.com/watch?v=VoelNg275aU

 

Kontakt:
Carmen Shamsianpur
carmen.shamsianpur(at)marchoflife.org
Tel: +49-177-264-3275

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